Hierbei handelt es sich um ein Netzgerät mit einstellbarer Ausgangsspannung und Strombegrenzung. (Juli 2012)

Nachfolgend sind die wichtigsten technischen Daten des Netzgerätes aufgelistet:

Die krummen Werte von Ausgangsspannung und -strom sind darauf zurückzuführen, dass die ursprünglich geplanten Werte von 15 V und 1 A später um 10 % erhöht wurden, um eine zusätzliche Reserve zu erhalten. Das Netzgerät ist so dimensioniert, dass auch bei einer primärseitigen Unterspannung von 10 % und maximalem Laststrom eine Ausgangsspannung von 16,5 V erreicht wird. Gleichzeitig kann es bei einer primärseitigen Überspannung von 10 %, einer Umgebungstemperatur von 40 °C und dem höchsten einstellbaren Strom dauerhaft mit kurzgeschlossenem Ausgang betrieben werden, ohne dass eine thermische Überlastung auftritt. Dies wurde bisher jedoch nicht praktisch erprobt.

Regelung

Die verwendete Regelschaltung entspricht der im Abschnitt „Labornetzgeräte“ der de.sci.electronics-FAQ beschriebenen Schaltung.

Schaltplan der Regelung
Schaltplan der Regelung
Im Schaltplan nicht eingezeichnet ist die Ausgangsbeschaltung bestehend aus einem 10-µF-Elko, einem 100-nF-Kerko und einer antiparallelen Diode vom Typ EGP20D.

Die Sekundärspannung des Netztrafos an Y1 und Y2 wird mit dem Brückengleichrichter BR1 gleichgerichtet und mit dem Elko C1 geglättet. Die Spannung des Hilfstrafos an Y3, Y4 und Y5 wird mit dem Brückengleichrichter bestehend aus D1 bis D4 und den Elkos C2 und C3 gleichgerichtet und geglättet. Dies ergibt die symmetrische Versorgungsspannung von ca. 9 bis 15 V für die Regelung. Die Sekundärspannung des Hilfstrafos muss unter Berücksichtigung des Leerlaufspannungsfaktors und einer möglichen Netzüberspannung so gewählt werden, dass die höchstzulässige Betriebsspannung der OPVs nicht überschritten werden kann.

An Y6, Y7 und Y8 wird der Leistungstransistor angeschlossen. In der Praxis werden zwei parallelgeschaltete Transistoren des Typs MJE3055 verwendet. Der Transistor Q1 bildet mit dem Leistungstransistor eine Darlington-Schaltung. Über R8 erhält die Darlington-Kombination einen Basisstrom von etwa 3 bis 6 mA und ist damit voll durchgesteuert. Die OPVs können einen Teil des Basisstromes über die LEDs an Y9, Y10 und Y11 abführen, um den tatsächlichen Basisstrom und damit die Ausgangsspannung bzw. den Ausgangsstrom zu reduzieren. Die LEDs als Dioden sind erforderlich, um die Ausgänge der OPVs voneinander zu entkoppeln. Gleichzeitig zeigen sie an, in welchem Modus das Netzgerät arbeitet. Mit R1 und dem TL431 wird eine Referenzspannung von 2,5 V erzeugt.

UPOT (Poti für Spannungseinstellung) bildet mit R2 einen Spannungsteiler zwischen dem negativen Ausgang und der Referenzspannung. Die Spannung am invertierenden und nichtinvertierenden Eingang des linken OPVs ist gleich, wenn die Ausgangsspannung gleich URef ⋅ RUPOT ÷ R2 ist. Ein Anstieg der Ausgangsspannung hat zur Folge, dass die Spannung am nichtinvertierenden Eingang fällt, womit die Ausgangsspannung des OPVs sinkt, bis ULED leitet und damit der Basisstrom des Leistungstransistors reduziert wird, so dass dem Anstieg der Ausgangsspannung entgegengewirkt wird. Mit dem 3,3-kΩ-Widerstand und dem 22-kΩ-Poti und einer Referenzspannung von 2,5 V ist die Ausgangsspannung bis auf 2,5 V ⋅ 22 kΩ ÷ 3,3 kΩ ≈ 16,67 V einstellbar.

Am nichtinvertierenden Eingang des rechten OPVs liegt eine Referenzspannung an, welche mit IPOT (Poti für Stromeinstellung) bis auf 1 V eingestellt werden kann. Am invertierenden Eingang liegt die Spannung über dem Strommesswiderstand R7 an. Wenn diese Spannung größer als die Referenzspannung wird, fällt die Ausgangsspannung von IC2, und ein Teil des Basisstromes der Darlington-Kombination fließt über ILED in den Ausgang von IC2 ab. Damit wird die Strombegrenzung erreicht. Mit dem 0,91-Ω-Messwiderstand und einer Referenzspannung von bis zu 1 V ist der Strom auf maximal 1 V ÷ 0,91 Ω ≈ 1,1 A einstellbar.

Layout der Regelung
Layout der Regelung
Die Abmessungen des Layouts betragen 83,82×43,18 mm.
Platine der Regelung
Platine der Regelung
Die Abbildung zeigt die Bestückungs- und Lötseite der Regelungsplatine. Die Kondensatoren C5 und C6 wurden gesockelt, damit sie bei der experimentellen Ermittlung der optimalen Werte ohne Lötkolben getauscht werden können. Bei den Versuchen hat sich ein Wert von je 22 pF als geeignet erwiesen.

Schaltplan und Layout der Regelung können als EAGLE-Dateien (erstellt mit Version 5.6.0) heruntergeladen werden: labornetzgeraet.zip.

Netztrafo

Der verwendete Trafo entstammt einem VC1541 und verfügt über zwei Sekundärwicklungen mit unterschiedlichen Spannungen. Im Originalzustand waren die Spannungen der einzelnen Wicklungen zu niedrig und bei Reihenschaltung beider Wicklungen zu hoch. Um eine geeignete Sekundärspannung zu erreichen, wurden beide Wicklungen in Reihe geschaltet und die Windungszahl einer Wicklung verringert.

Um den Trafo derart zu modifizieren, muss zunächst die benötigte Sekundärspannung ermittelt werden. Die Ausgangsspannung des Netzgerätes soll 16,5 V sein. Am Strommesswiderstand fallen bei Volllast 1,1 A ⋅ 0,91 Ω ≈ 1 V ab. An den Leistungstransistoren soll eine Spannung von mindestens 1,5 V abfallen. Bei einem Strom von 1,1 A und einem 4,7-mF-Glättungselko mit einer Unterkapazität von 20 % bricht die Spannung am Glättungselko während einer Halbwelle um etwa (1,1 A ⋅ 10 ms) ÷ (4,7 mF ⋅ 0,8) ≈ 3 V ein. Am Gleichrichter fallen weitere 2 V ab. Der Scheitelwert der Sekundärspannung bei Volllast muss folglich mindestens 24 V betragen, damit die Ausgangsspannung von 16,5 V erreicht werden kann.

Die Spannung sollte so niedrig wie möglich gehalten werden, um die Verlustleistung zu minimieren. Gleichzeitig muss bedacht werden, dass die Netzspannung um ±10 % von ihrem Nennwert abweichen kann sowie dass die Sekundärspannung bei Belastung mit Brückengleichrichter und Elko nicht unerheblich einbrechen kann. Zur Ermittlung dieses Spannungseinbruches wurde ein Versuch durchgeführt. Dabei wurde der Scheitelwert der Spannung einer Sekundärwicklung im unbelasteten Zustand sowie bei Belastung mit Brückengleichrichter, 4,7-mF-Elko und Lastwiderstand für ca. 1,3 A gemessen. Dabei ergaben sich 23,9 V im Leerlauf und 19,0 V bei der genannten Last. Es zeigt sich, dass die Spannung bei der genannten Belastung um den Faktor 19 V ÷ 23,9 V ≈ 0,8 einbricht. Demnach muss der Scheitelwert im Leerlauf mindestens 24 V ÷ 0,8 = 30 V betragen, damit er bei Belastung nicht unter 24 V fällt.

Damit dieser Wert auch bei einer Netzunterspannung von 10 % erreicht wird, muss er bei 230 V Netzspannung 30 V / 0,9 ≈ 33,3 V betragen. Bei einer Netzüberspannung von 10 % würde der Scheitelwert dann 33,3 V ⋅ 1,1 ≈ 36,6 V betragen, womit sich aufgrund des Spannungsabfalls am Gleichrichter eine Spannung von 34,6 V am Glättungselko ergibt. Dieser Wert liegt zwar sehr nahe an der Nennspannung des Elkos von 35 V, dafür wird er jedoch nur in Ausnahmefällen erreicht. Letztendlich müssen von der Sekundärwicklung so viele Windungen entfernt werden, dass sich bei 230 V Primärspannung eine Leerlauf-Sekundärspannung von 33,3 Vs ÷ √2 ≈ 23,6 Veff einstellt.

Trafo
Trafo
Das Bild zeigt den Trafo nach dem Umwickeln und bereits mit einer Brücke zur Reihenschaltung der Sekundärwicklungen versehen.

Kühlkörper

Zur Auswahl eines geeigneten Kühlkörpers muss zunächst die höchste mögliche Verlustleistung ermittelt werden. Die höchste Verlustleistung tritt bei einer Ausgangsspannung von 0 V und dem maximalen Ausgangsstrom von 1,1 A bei 10 % Netzüberspannung auf. Der Scheitelwert der Sekundärspannung des Trafos unter Beachtung der Netzüberspannung und des Spannungseinbruchs unter Last beträgt dann 23,6 Veff ⋅ 1,1 ⋅ √2 ⋅ 0,8 ≈ 29,4 Vs. Am Gleichrichter fällt eine Spannung von 2 V ab. Der Spannungseinbruch am Glättungselko wird der Einfachheit halber nicht berücksichtigt. Am Strommesswiderstand fällt eine Spannung von 1 V ab. Die Spannung über dem Transistor beträgt bei einer Ausgangsspannung von 0 V folglich 26,4 V. Bei einem Strom von 1,1 A beträgt die Verlustleitung 26,4 V ⋅ 1,1 A ≈ 29 W. Dieser Wert wurde auf 30 W aufgerundet.

Im Datenblatt des MJE3055 wird eine maximale Sperrschichttemperatur von 150 °C sowie eine maximale Verlustleistung von 75 W bei 25 °C Gehäusetemperatur angegeben. Demzufolge ist die Sperrschichttemperatur bei einer Verlustleistung von 75 W um 125 °C höher als die Gehäusetemperatur. Der Wärmewiderstand von der Sperrschicht zum Gehäuse beträgt damit 125 °C ÷ 75 W ≈ 1,7 °C/W. Eine Silikon-Isolierscheibe zwischen Gehäuse und Kühlkörper bewirkt einen zusätzlichen Wärmewiderstand von ca. 1,3 °C/W. Damit beträgt der Wärmewiderstand von der Sperrschicht zum Kühlkörper 1,7 + 1,3 = 3 °C/W. Bei einer Umgebungstemperatur von 40 °C und einer Verlustleistung von 30 W darf der Wärmewiderstand von der Sperrschicht zur Umgebung maximal (150 °C − 40 °C) ÷ 30 W ≈ 3,7 °C/W betragen. Folglich muss der Wärmewiderstand des Kühlkörpers bzw. von selbigem zur Umgebung 3,7 − 3 = 0,7 °C/W oder kleiner sein.

Ein geeigneter Kühlkörper wie der „V 6506K“ von Reichelt Elektronik ist mit seinen Abmessungen von 160×100×40 mm und einem Preis von 12,80 EUR verhältnismäßig groß und teuer. Es ist daher erstrebenswert, mit einem Kühlkörper mit höherem Wärmewiderstand auszukommen, da dieser kleiner und günstiger ist. Dies ist durch Aufteilung der Verlustleistung auf zwei Transistoren möglich. Da sich bei gleichbleibender Gesamt-Verlustleistung die Verlustleistung jedes Transistors halbiert, wird auch der Temperaturanstieg der Sperrschicht jedes Transistors gegenüber dem Kühlkörper halbiert. Anders ausgedrückt halbiert sich der Gesamt-Wärmewiderstand, welcher der Gesamt-Verlustleistung auf dem Weg von den Sperrschichten zum Kühlkörper entgegensteht, auf 1,5 °C/W. Damit ist ein Kühlkörper mit einem Wärmewiderstand von 3,7 − 1,5 = 2,2 °C/W bereits ausreichend. Die Wahl fiel auf den „V 4329H“ von Reichelt Elektronik mit einem Wärmewiderstand von 2 °C/W. Mit seinen Abmessungen von 120×75×32 mm und einem Preis von 2,75 EUR stellt dieser Kühlkörper eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem „V 6506K“ dar.

Interessant ist jetzt noch der Temperaturanstieg des Kühlkörpers gegenüber der Umgebung. Bei einer Verlustleistung von 30 W steigt die Temperatur des Kühlkörpers um 30 W ⋅ 2 °C/W = 60 °C. Bei 40 °C Umgebungstemperatur erwärmt sich der Kühlkörper damit auf 100 °C. Dies gilt wohlgemerkt für einen Extremfall mit erhöhter Netzspannung und Umgebungstemperatur und kurzgeschlossenem Ausgang. Im normalen Betrieb wird dieser Wert nie erreicht werden.

Kühlkörper mit Transistoren
Kühlkörper mit Transistoren
Das Bild zeigt die Transistoren auf dem Kühlkörper. Da der Kühlkörper über das Gehäuse mit dem Schutzleiter verbunden ist, müssen die Kühlfahnen der Transistoren elektrisch vom Kühlkörper isoliert werden, um die Potentialfreiheit der Ausgangsspannung zu erhalten. Dies wird durch Verwendung von Silikon-Isolierscheiben und Isolierbuchsen erreicht. Die Transistoren sind mit Emitterwiderständen von je 0,5 Ω parallelgeschaltet.

Anzeige

Die Anzeige der aktuellen Ausgangsspannung und des aktuellen Ausgangsstromes erfolgt über ein 3½-stelliges LCD-Panelmeter (Bestell-Nr. 126596 bei Conrad Electronic). Die Messung der Ausgangsspannung erfolgt über einen abgleichbaren Spannungsteiler mit einem Teilungsverhältnis von 100:1. Da das Panelmeter einen Eingangsspannungsbereich von 199,9 mV hat, ergibt sich damit ein Messbereich von 19,99 V mit einer Auflösung von 10 mV. Zur Strommessung wird die über dem Strommesswiderstand der Regelung R7 abfallende Spannung genutzt. Diese steht zwischen dem Emitteranschluss des Leistungstransistors und dem positiven Ausgang zur Verfügung. Mit einem abgleichbaren Spannungsteiler mit einem Teilungsverhältnis von 9,1:1 wird die Spannung auf 100 mV/A heruntergeteilt. Damit ergibt sich ein Messbereich von 1,999 A mit einer Auflösung von 1 mA. Die Umschaltung zwischen Spannungs- und Stromanzeige erfolgt über einen Kippschalter, welcher gleichzeitig die Dezimalpunkte umschaltet.

Schaltplan der Anzeige
Schaltplan der Anzeige
Die potentialfreie Betriebsspannung für das Panelmeter wird mit einem Printtrafo (24 V auf 9 V, 0,2 VA) mit nachfolgender Einweggleichrichtung und Zenerdioden-Stabilisierung aus der Sekundärspannung des Netztrafos gewonnen. Die Umschaltung der Dezimalpunkte ist im Schaltplan nicht eingezeichnet.
Platine zur Anzeige
Platine zur Anzeige
Die Spannungsteiler und das Netzteil des Panelmeters wurden auf einer Punktrasterplatine aufgebaut. Das Bild zeigt die Bestückungs- und Lötseite der Platine. Die Platine wird zusammen mit dem Panelmeter und dem Kippschalter in der oberen Gehäusehälfte angebracht. Damit das Gehäuse weiterhin leicht zerlegbar bleibt, werden die Verbindungen zur unteren Gehäusehälfte über einen fünfpoligen Steckverbinder hergestellt.

Gehäuse und Aufbau

Das Gehäuse des Netzgerätes wurde aus zwei Aluminium-Vierkantrohren 100×50×2 mm mit einer Länge von je 230 mm gebaut. Diese wurden jeweils an einer breiten Seite so aufgesägt, dass 10 mm breite Stege an den Kanten verbleiben. Die beiden Vierkantrohre werden dann an den offenen Seiten verbunden. Damit ergibt sich ein zweiteiliges Gehäuse mit Außenmaßen von 230×100×100 mm. Die offenen Enden der Vierkantrohre werden mit Kunststoffdeckeln verschlossen.

Vierkantrohre bearbeitet
Vierkantrohre bearbeitet
Das Bild zeigt die Vierkantrohre nach erfolgter Bearbeitung. Im Vordergrund liegt die untere Gehäusehälfte. Gut zu erkennen sind die Stege, welche mit vier M3-Gewindebohrungen zur Verbindung von Ober- und Unterteil versehen wurden. In der Frontseite befinden sich Bohrungen für Potis, LEDs und Buchsen. Die Bohrungen im Boden dienen der Befestigung von Netztrafo und Regelungsplatine. In der Rückseite befinden sich M3-Gewindebohrungen zur Befestigung des Kühlkörpers und des Hilfstrafos. Durch den kleinen Ausschnitt am oberen Rand der Rückseite werden die Leitungen zu den Transistoren auf dem Kühlkörper geführt. Im Hintergrund steht die obere Gehäusehälfte. In deren Frontseite befinden sich Ausschnitte und Bohrungen für den Netzschalter, die Anzeige und den Messbereichsumschalter. Die Rückseite enthält einen Ausschnitt für die Kaltgerätebuchse mit Netzfilter, eine Bohrung für den Feinsicherungshalter und weitere M3-Gewindebohrungen zur Befestigung des Kühlkörpers. Beim oberen Vierkantrohr wurde die Öffnung der unteren Seite nicht auf voller Länge ausgeführt; auf dem verbleibenden Teil wird die Anzeigeplatine montiert.
Oberteil
Oberteil
Die Kaltgerätebuchse, der Sicherungshalter und der Netzschalter sind bereits eingebaut und verdrahtet, ebenso wie das Panelmeter, der Messbereichsumschalter und die Anzeigeplatine.
Unterteil
Unterteil
Das Bild zeigt die untere Gehäusehälfte. Auch hier sind sämtliche Elemente bereits montiert und verdrahtet.
Seitenansicht links
Seitenansicht links
Die Verbindung vom Netzschalter zu den Trafos in der unteren Gehäusehälfte wird mit 4,8-mm-Flachsteckern hergestellt.
Seitenansicht rechts
Seitenansicht rechts
In der oberen Hälfte des Gehäuses ist die Anzeigeplatine zu erkennen. Der Abstand der beiden Trimmer zum Ende des Vierkantrohres beträgt nur wenige Millimeter, daher sind sie problemlos mit einem leicht schräg gehaltenen Schraubendreher zu betätigen. Die M3-Zylinderkopfschrauben, welche Ober- und Unterteil verbinden, sind ebenfalls auf diese Art zu erreichen. Die Ausgangsbeschaltung wurde direkt an den Ausgangsbuchsen angebracht.
Frontansicht
Frontansicht
Das Bild zeigt das Netzgerät nach der Fertigstellung. Rechts von der Anzeige befindet sich der Kippschalter zur Umschaltung des Messbereiches.
Rückansicht
Rückansicht
Der Kühlkörper ist mit vier M3-Schrauben gleichzeitig an der oberen und unteren Gehäusehälfte befestigt. Rechts ist der Sicherungshalter sowie die Kaltgerätebuchse zu erkennen. Die Bohrungen in den Kunststoffdeckeln sind ein Überbleibsel aus der vorangegangenen Anwendung der Deckel.

Messungen

Um das Verhalten der Regelung bei einem Lastwechsel zu untersuchen, wurde der Ausgang mit verschiedenen Lastwiderständen belastet, welche mit einem durch einen Rechteckgenerator gesteuerten MOSFET umgeschaltet wurden. Damit ergibt sich ein periodischer Lastwechsel, und die Antwort der Regelung auf diesen kann mit dem Oszilloskop beobachtet werden.

Lastausregelung im Konstantspannungsbetrieb

Die Ausgangsspannung wurde auf 15 V eingestellt, der Ausgangsstrom auf den größtmöglichen Wert von 1,1 A. Es wurde ein 150-Ω-Widerstand direkt und ein 16,4-Ω-Widerstand (2×8,2 Ω in Reihe) schaltbar über den MOSFET mit dem Ausgang des Netzgerätes verbunden. Damit stellt sich ein Laststrom von 0,1 A bei sperrendem MOSFET und etwa 1 A bei leitendem MOSFET ein.

Messaufbau
Messaufbau
Auf der Abbildung ist der Versuchsaufbau zu erkennen. Die kleine Streifenrasterplatine enthält den Rechteckgenerator mit einem NE555, welcher ein 100-Hz-Rechtecksignal erzeugt. Im Hintergrund sind die beiden in Reihe geschalteten Lastwiderstände zu erkennen. Der verwendete MOSFET ist ein BUZ11.
Lastausregelung im Konstantspannungsbetrieb
Lastausregelung im Konstantspannungsbetrieb
Das Oszillogramm zeigt die Änderung der Ausgangsspannung mit 500 mV/DIV. Beim Triggerpunkt wird der MOSFET leitend und der Laststrom ändert sich von 0,1 A auf 1 A. Die Ausgangsspannung bricht dabei um etwa 1,25 V bzw. 8,3 % ein. Nach 10 µs ist der Lastwechsel praktisch vollständig ausgeregelt.
Lastausregelung im Konstantspannungsbetrieb
Lastausregelung im Konstantspannungsbetrieb
Ab dem Triggerpunkt sperrt der MOSFET und der Laststrom ändert sich von 1 A auf 0,1 A. Die Ausgangsspannung steigt daraufhin um etwa 1,5 V bzw. 10 % über ihren Sollwert. Nach 10 µs ist der Lastwechsel vollständig ausgeregelt.

Lastausregelung im Konstantstrombetrieb

Der Ausgangsstrom wurde auf 1 A eingestellt, die Ausgangsspannung auf ihren Maximalwert von 16,5 V. Der Ausgang wurde mit einer Reihenschaltung aus einem 1-Ω- und einem 14,1-Ω-Widerstand (2×8,2 Ω parallel in Reihe mit 10 Ω) belastet. Der MOSFET ist parallel zum 14,1-Ω-Widerstand geschaltet. Am Ausgang stellt sich damit eine Spannung von etwa 15 V bei sperrendem bzw. 1 V bei leitendem MOSFET ein. Die Messung des tatsächlichen Ausgangsstromes erfolgt über den Spannungsabfall am 1-Ω-Widerstand.

Lastausregelung im Konstantstrombetrieb
Lastausregelung im Konstantstrombetrieb
Das Oszillogramm zeigt die Änderung des Ausgangsstromes mit 2 A/DIV. Beim Triggerpunkt wird der MOSFET leitend, womit sich der Lastwiderstand auf 1 Ω reduziert. Da der Ausgangselko noch auf 15 V geladen ist, entsteht die auf der Abbildung erkennbare Stromspitze. Nach 100 µs ist der Lastwechsel ausgeregelt.
Lastausregelung im Konstantstrombetrieb
Lastausregelung im Konstantstrombetrieb
Das Oszillogramm zeigt die Änderung des Ausgangsstromes mit 500 mA/DIV. Ab dem Triggerpunkt sperrt der MOSFET, und der Lastwiderstand ändert sich auf 15 Ω. Der Strom bricht dabei zunächst ein, da der Ausgangselko noch auf 1 V geladen ist. Nach 600 µs ist der Lastwechsel ausgeregelt.